Ein Teller hat wenige Sekunden, um Hunger zu machen. Ein gutes Foodbild verkauft nicht das Gericht, sondern den Moment davor – den Dampf, das Licht auf der Glasur, die Hand, die die Cloche hebt. Für Restaurants, Bars, Hotels und Hersteller, von der Speisekarte bis zur Kampagne.
























Ein Foodfoto entscheidet oft darüber, ob jemand ein Lokal betritt oder weiterscrollt. Als Foodfotograf in Berlin fotografiere ich Gerichte, Drinks und Menschen in der Küche so, dass man den Teller vor sich sieht und nicht ein Stillleben aus dem Katalog. Am liebsten arbeite ich dort, wo das Essen entsteht: im Restaurant, in der Bar, im Hotel. Der Dampf über dem Teller, das Licht am Pass, die Hand des Kochs – das lässt sich im Studio nachbauen, wirkt vor Ort aber meistens glaubwürdiger.
Wie ein Gericht angerichtet wird, entscheidet die Küche. Wie es auf dem Bild wirkt, stimmen wir vorher ab: Aufsicht oder flacher Blick, warmes Abendlicht oder klares Tageslicht, ein voller Tisch oder ein einzelner Teller vor ruhigem Hintergrund. Meistens gehen wir die Karte einmal gemeinsam durch und legen fest, welche Gerichte den Stil des Hauses am besten zeigen. Vorspeisen, Hauptgerichte, Desserts und Getränke ergeben zusammen eine Bildreihe, die zusammenpasst.
Ein Foodfoto muss heute an mehreren Stellen funktionieren: quer auf der Website, hochkant in der Story, quadratisch im Feed und klein in den Apps der Lieferdienste. Deshalb fotografiere ich mit etwas Luft an den Rändern, damit sich jedes Bild später ohne Verlust zuschneiden lässt. Ihr bekommt die Aufnahmen bearbeitet in voller Auflösung und zusätzlich in webfertigen Größen. Für laufende Kanäle lohnt sich ein wiederkehrender Termin: die neue Karte, saisonale Specials und ein paar Aufnahmen vom Team. So sieht der Bildbestand über das Jahr hinweg nach einem Haus aus und nicht nach zehn verschiedenen Fotografen.
Drinks haben ihre eigenen Regeln. Glas lebt von Kanten und Gegenlicht, Eis schmilzt schneller als man denkt, und Schaum hält selten länger als eine Minute. Deshalb steht bei Cocktailfotografie das Licht, bevor der erste Drink gebaut wird. Flambierte Früchte, Funkenflug, Rauch oder ein frischer Kräuterzweig sind dabei kein Selbstzweck, sondern zeigen, was an der Bar tatsächlich passiert. Für Bars und Hotelbars entstehen so Bilder, die neben den Gerichten bestehen und dieselbe Handschrift haben.
Zu einem Haus gehört mehr als der Teller. Gastraum, Bar, Terrasse und Außenansicht gehören dazu, damit die Website nicht aus fünf verschiedenen Shootings zusammengesetzt wirkt. Wenn Essen und Räume am selben Tag entstehen, passen sie in Licht und Farbe zusammen – die Architektur- und Interiorfotografie läuft deshalb oft im selben Termin mit. Auf Wunsch fotografiere ich zusätzlich das Team bei der Arbeit, für die Seite »Über uns« und für Stellenanzeigen.
Wir legen den Termin dorthin, wo er den Betrieb am wenigsten stört – oft vormittags vor dem Mittagsgeschäft oder an einem Ruhetag. Wie lange ein Shooting dauert, hängt vor allem davon ab, wie viele Gerichte auf die Liste kommen und wie schnell die Küche nachlegen kann. Die fertigen Bilder bekommt ihr innerhalb von fünf Arbeitstagen. Mein Studio liegt in der Karl-Lade-Straße 36 in Berlin-Lichtenberg; einzelne Speisen, Verpackungen und Produkte können wir auch dort fotografieren. Ich fotografiere seit 2003 und arbeite auf Deutsch, Englisch und Bulgarisch.
Erzähl mir von deinem Projekt – ich melde mich innerhalb von 24 Stunden.
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